Eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die theoretisch eine Menge von nachhaltigem Leben halten, aber leider bin ich auch sehr bequem. So hatte ich mir über die Jahre ein mehr oder weniger fundiertes Halbwissen angeeignet, das mir mindestens beim Small Talk garantierte nicht allzu hinterwäldlerisch da zu stehen, aber ehrlich gesagt habe ich mich nicht in das Thema vertieft.
So war mir also klar das es quasi Kontinentgrosse Plastikinseln im Meer gibt, habe es aber gar nicht mit mir persönlich in Zusammenhang gebracht, was habe ich denn schon aus Plastik bei mir herum stehen? Ist doch alles total normal, oder?
Mein Wecker war ein Urlaub, eine Insel im Atlantik alles ganz traumhaft. das die "anderen" Touris viel in die Umwelt werfen und die Natur gar nicht zu schätzen wissen, oder auch Einheimische Umweltschutz gar nicht wirklich pflegen, habe ich fleißig bemängelt und mich dabei ganz super gefühlt -- weil ich es ja besser mache!!!
Der Strand war großartig und wir genossen unsere Tage, bis Mr Wunderbar mir eine handvoll Sand zeigte. Schön bunt lachte er mich an, blau und gelb, grün und rot.
MOMENT, was ist das denn? Kleingeschliffenes Plastik! Zugegeben es sah hübsch aus, aber der Gedanke, das meine Kinder im Plastik spielen behagte mir irgendwie gar nicht.
Meine Gedanken waren beschäftigt und irgendwann fiel mir auf, MEINE KINDER SPIELEN IM PLASTIK, sogar extra von mir gekauften.
Überall wo ich hinsehe Plastik und es wird immer mehr. Die Gurken neuerdings, in Plastik geschweißt. Auberginen gibt es nur in Tüten. Kartoffeln sowieso fast nur in Plastiksäcken, auch wenn es aussieht wie ein Netz ist es Plastik.
Tetrapack und das war mir vorher gar nicht richtig klar, weil es ja irgendwie so ein bisschen wie Karton aussieht auch aus Plastik. Man sehe sich die gelben Säcke an, die wir tagtäglich befüllen. Und zu allem Überfluss hatte Mr Wunderbar beim letzten Einkauf auf einmal eine Flasche WEIN in der Hand PLASTIK und nein es war kein billiger Fusel. Irgendwie reicht es da nicht Jutetüten mit zu nehmen beim Einkauf, da braucht es schon ein bisschen mehr.
Und um nochmal auf die Insel im Atlantik zu kommen. Wir haben uns bemüht dort einheimische Produkte zu kaufen. Viel Obst und Gemüse vor allen Dingen und erlebten, das alles, aber auch alles in Plastiktüten verpackt wurde. Zwei, drei und vierfach.
Irgendwann in dieser Zeit beschloss Mr Wunderbar, er ist ja immer ein Tickchen schneller als ich, PLASTIK jetzt reicht es. Und ich hab mich mitreissen lassen, wobei ich dann diejenige bin, die es nochmal ein kleines Stückchen weitertreibt, sich ausgiebig mit dem Thema auseinandersetzt (Informationsjunkie), um dann voller Begeisterung aus zu probieren was möglich ist und was nicht.
Angefangen hat es damit, das wir beschlossen Obst und Gemüse wird nur noch Plastikfrei gekauft oder weitesgehend. Keine eingeschweißte Gurken, Tomaten, Paprika, Äpfel, Karotten, Lauch alles ohne Tüten einfach Kleber beim Wiegen auf das Gemüse/Obst. Bananen ist sowieso totaler Blödsinn in Tüten.
Da Mr Wunderbar und Mrs Sommer gerne miteinander reden wurde auch dieses Thema ausgiebig bequatscht und ein gemeinsamer Entschluss gefasst. Wir versuchen Plastik zu vermeiden soweit es uns behagt und geht. Wir haben nicht den Anspruch völlig Plastikfrei zu leben, aber es doch zu reduzieren soweit es möglich ist.
Natürlich steckt irgendwie auch der Idee der Umwelt Gutes zu tun dahinter. Aber eben auch zu sehen, wie können WIR mit weniger Plastik leben? Lebt es sich vielleicht gesünder? Wie kann all das Material das sich so ansammelt reduziert werden?
Eins kommt zum anderen. Über die Beschäftigung Plastik zu vermeiden und sich zu informieren, erfahren wir Dinge die uns antreiben und motivieren. Stück für Stück bewegen wir uns in ein NACHHALTIGERES LEBEN hinein, das uns Augen öffnet für viele neue Wege, die wir nicht erwartet haben und durchzieht dabei alle Bereiche unseres Lebens.
So sind wir irgendwie Ökos aus versehen :-) Dabei sind wir weder perfekt noch wollen wir das sein. Wir möchten gesund leben, nachhaltig ohne uns dabei zu verbiegen. Und jetzt fangen wir einfach damit an und sehen wohin es uns führt.





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